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Gemeinde Glattbach  |  E-Mail: poststelle@glattbach.bayern.de  |  Online: http://www.glattbach.de

Neuigkeiten aus dem Museum KW 22 / 2015

Das Glattbacher Krippenmuseum beherbergt jetzt eine bedeutende große Krippe aus dem mährischen Iglau, dem heutigen Jihlava in Tschechien.

 

Bis 1945 war die Stadt und die Umgebung deutschsprachiges Gebiet. Für das Glattbacher Museum ist diese Krippe eine absolute Rarität. Die Krippe ist rund 6m lang, 1,35 m tief und 1,65 m hoch. Aufgrund ihrer Größe wurde diese Attraktion im „Alten Feuerwehrhaus“, dem Archiv des Museums, aufgebaut.

 

Der Aufbau wurde zum überwiegenden Teil durch die Museumsleitung und von vier Helfern in mehr als 650 Stunden vorgenommen. Die Krippe ist rund 125 Jahre alt und besteht aus 430 Figuren und Tieren in 10-12 cm Höhe. Ergänzt werden diese durch rund 35 Schlösser, Burgen und Häuser.

 

Zuletzt war die Krippe im Dommuseum Bamberg aufgestellt. Die Bamberger Krippenfreunde hatten in monatelanger Arbeit eine Krippenlandschaft samt Unterbau gestaltet und auch Restaurierungen an den Figuren vorgenommen. Die Leitung des Dommuseums verfügte nach rund zweijähriger Ausstellungszeit einen Abbau der Iglauer Krippe und wollte diese dann nicht mehr in einer Dauerausstellung zeigen. Bedingt durch diesen Vertragsbruch konnte die „Gemeinschaft der Iglauer Sprachinsel“ grünes Licht für einen Wechsel des Standorts nach Glattbach geben. Leider war von dem ursprünglichen Aufbau außer einigen Fotos nichts mehr vorhanden, sodass wir sozusagen bei „Null“ beginnen mussten. Dies erfuhren wir, und auch der Leihgeber, die Iglauer Gemeinschaft, allerdings erst nach Vertragsunterzeichnung.

 

Der komplette Unterbau aus Aluminium und OSB-Holzplatten sowie die umfangreiche Gestaltung der Landschaft, musste zeitaufwändig neu erstellt werden. Beratend mitgewirkt haben hier die Aschaffenburger Krippenfreunde sowie Herr Michael Spönlein aus Bamberg, der als absoluter Kenner von Krippen aus böhmischem Raum gilt. Meine Mitstreiter vor Ort waren Johann Ernst, Dr. Thomas Goldhammer, Kurt Keller und der Glattbacher „Krippendoktor“ Michael Junker, der als Profi die „Bauleitung“ hatte. Die Konzeption, die Planung, das Herstellen des Unterbaus und der Materialeinkauf für die Krippe lagen in meinen Händen.

 

Als Sponsoren für Geld- und Materialspenden konnten Bürgermeister Fridolin Fuchs und ich folgende Personen, Firmen und Institutionen gewinnen.

 

- Energieversorgung Main Spessart GmbH, Aschaffenburg

-Raiffeisenbank Aschaffenburg eG, Aschaffenburg

-Breitinger AG, Aschaffenburg

-Gemeinschaft Iglauer Sprachinsel e.V., Rottenburg

-Heki Kittler GmbH, Modellbaumaterialien, Rastatt-Wintersdorf 

-Modellbau-Depot, Frau Ekatarina Bauer, Aschaffenburg

-Sachverständigenbüro + Metallgestaltung Jürgen Stenger, Glattbach

-Der Glattbacher Krippendoktor, Michael Junker, Glattbach

-Unterfränkische Kulturstiftung, Würzburg

-Gemeinde Glattbach

 

Für die Unterstützung möchte ich mich herzlichst bedanken.

  

Die Einweihungsfeier am 17.05.2015, die mit einem Festgottesdienst begonnen hat,

wurde von hervorragenden Interpreten, welche in alter Iglauer Tracht bekleidet waren, musikalisch mitgestaltet.  Unser Archiv platzte durch die vielen Besucher fast aus allen Nähten. Dem wichtigen Anlass entsprechend kamen etliche Besucher aus einer Entfernung von einigen Hundert Kilometern zu der Feier. Es gab nur positive Reaktionen. Vielen Dank allen, die durch ihre Arbeit, ihre Unterstützung oder ihre Anwesenheit der Feier einen würdigen Rahmen gaben.

 

Bis auf kleinere Restarbeiten und den Einbau der Verglasung ist die Arbeit an diesem Stück Kulturgut weitgehend beendet.

 

Für mich selbst schließt sich hier ein Kreis. Als Jemand mit Iglauer Wurzeln (meine Mutter und meine Großmutter stammen aus Iglau) war es mir auch ein persönliches Bedürfnis diese außergewöhnliche Krippe nach Glattbach zu holen.

 

Aus organisatorischen und technischen Gründen konnte die Krippe am 17.05. nachmittags durch die Glattbach nicht mehr besichtigt werden. Es ist demnächst eine Sonderöffnung geplant, näheres später im Mitteilungsblatt.

 

Jürgen Stenger

Museumsleitung

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